Wenn die Temperaturen steigen und die Nächte feucht sind, ist es wieder so weit: die Krötenwanderung beginnt in Niedersachsen. Mit dem milden Luftstrom und den angekündigten Regenfällen sind die Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche nun auf dem Weg zu ihren Laichgewässern. Hierbei wird es für die Tiere besonders gefährlich, denn sie müssen zahlreiche Straßen überqueren, was Jahr für Jahr Tausende von ihnen das Leben kostet. Wie n-tv berichtet, wird jetzt alles daran gesetzt, die gefährdeten Tiere zu schützen.

Sicherheitszäune werden an vielen stark befahrenen Straßen aufgestellt, um die Kröten vor Überfahren zu bewahren. Ehrenamtliche Helfer stehen bereit, um die Tiere sicher über die Straßen zu tragen. Diese Hilfsaktionen sind von großer Bedeutung, denn gerade bei nächtlichen Temperaturen über 5 Grad Celsius, die in der Regel Mitte Februar erreicht werden, machen sich die Kröten auf den Weg zu ihren angestammten Gewässern. Autofahrer sollten in diesen Zonen besonders aufmerksam sein und mit Einschränkungen rechnen. Einige Landkreise planen sogar, bestimmte Straßen nachts zu sperren oder Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuführen.

Sicherheit auf den Straßen

Auf der Bundesstraße 446 im Landkreis Northeim gilt bis Ende März ein temporäres Tempolimit. Zusätzlich wird das Schritttempo in Bereichen mit entsprechenden Hinweisschildern empfohlen. Wie der Auto Club Europa betont, ist es entscheidend, die Warnhinweise ernst zu nehmen und vorsichtig zu fahren. Plötzliche Ausweichmanöver oder Vollbremsungen können sowohl für die Autofahrer als auch für die pelzigen Passagiere fatale Folgen haben. Vorsicht ist auch geboten, da Straßen durch die Überreste überfahrener Kröten rutschig werden können.

Die derzeitige Lage zeigt, dass die Wanderung der Amphibien in vielen Teilen Deutschlands, vor allem im Norden und Osten, aufgrund von Schnee und Frost verzögert wird. Aktuell sind am Oberrhein bereits erste Sichtungen von Spring- und Grasfröschen sowie Bergmolchen gemeldet worden. Laut Informationen des NABU startet die große Wanderung in der Regel in den nächsten Wochen und wird nicht vor Mitte März ihren Höhepunkt erreichen. Das Wetter bleibt bis zum 26. Februar mild, danach könnte es wieder kälter werden.

Engagement für den Naturschutz

Der Naturschutzbund (NABU) engagiert sich stark für den Schutz der Amphibien. Neben dem Aufstellen von Krötenschutzzäunen und dem Transport der kriechenden Tiere über Straßen bietet der NABU auch zahlreiche Informationen über die Aktionen und Projekte im Rahmen der Krötenwanderung. Wer Lust hat, aktiv zu werden, kann sich über die NABU-Websites oder die Schutzzaundatenbank informieren, um an diesem wichtigen Schutzprozess teilzunehmen. Vorkenntnisse sind dabei nicht zwingend erforderlich, denn der erste Schritt zum Naturschutz kann ganz einfach sein.

In vielen Regionen wird auch ein Wissenskurs angeboten, in dem interessierte Helfer alles über den Umgang mit Amphibien lernen können. Es ist nicht nur eine gute Möglichkeit, einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten, sondern auch eine Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen und gemeinsam aktiv zu werden. Schließlich geht es nicht nur um die Kröten, sondern auch um den Erhalt der Artenvielfalt in unserer heimischen Natur. Der NABU informiert alle Interessierten über die Kunst, den kriechenden Freunden während ihrer Wanderung zur Seite zu stehen.