In Bremen tut sich derzeit einiges rund um die öffentliche Beleuchtung. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Stadt wieder die volle Kontrolle über sämtliche Straßen- und Platzbeleuchtungen übernehmen, die bisher für 25 Jahre im Besitz des Energieversorgers SWB war. Doch dieser Rückkauf hat seinen Preis: Statt der ursprünglich eingeplanten 133 Millionen Euro, benötigt die Stadt jetzt 166 Millionen Euro, was eine Erhöhung um 33 Millionen Euro bedeutet. Diese Information wurde aus einer vertraulichen Vorlage zur Vergabe des Beleuchtungsvertrages, die für die Senatssitzung am 2. März 2026 vorbereitet wurde, bekannt. Buten un Binnen berichtet, dass die einzige Bewerbung für den Betrieb der Beleuchtung von SWB selbst eingereicht wurde.

Bausenatorin Özlem Ünsal erklärte, dass die Übernahme der Beleuchtung nicht nur dazu dient, die Betriebskosten zu senken, sondern auch um eine moderne, sichere und klimafreundliche Infrastruktur zu schaffen. Durch die Rückkehr ins öffentliche Gemeinwesen entfallen teure Vertragsstrukturen mit privaten Anbietern, was der Stadt langfristige Planungssicherheit und eine bessere Steuerung der Betriebskosten bieten soll. Kreiszeitung hebt hervor, dass die Stadt nun die Möglichkeit hat, besondere Beleuchtungskonzepte flexibler zu realisieren und neue Wohn- sowie Gewerbegebiete schneller an das Beleuchtungsnetz anzubinden.

Umstellung auf moderne Technologien

Ein zentraler Aspekt der Rückübernahme ist der geplante Umstieg auf moderne LED-Technik. Diese sollen den Stromverbrauch um bis zu 50% senken und damit zur Reduktion der CO₂-Emissionen beitragen. Zudem werden intelligente Steuerungen eingeführt, die unter anderem eine automatische Dimmung in der Nacht beinhalten. Solche Maßnahmen verbessern nicht nur die Energieeffizienz, sondern steigern auch das Sicherheitsgefühl von Fußgängern und Radfahrern – ein wichtiges Anliegen in den urbanen Räumen der Hansestadt. Senatspressestelle berichtet von den positiven Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Beleuchtungsqualität und die Sicherheit im öffentlichen Raum.

Doch nicht alle sind mit den Entwicklungen einverstanden. Der CDU-Politiker Michael Jonitz kritisierte, dass der Senat hier falsche Hoffnungen weckt und das ursprünglich versprochene Kosten- und Sicherheitskonzept nicht halten kann. Der Vertrag, der die Bedingungen für den Betrieb der Beleuchtung festlegt, muss noch von der Baudeputation und dem Haushalts- und Finanzausschuss genehmigt werden, bevor die Umstellungen in Kraft treten können.

Insgesamt kann man sagen, dass Bremen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Straßenbeleuchtung ist. Die Investitionen, auch wenn sie auf den ersten Blick hoch erscheinen, sollen sich langfristig auszahlen und die Stadt nicht nur energieeffizienter, sondern auch sicherer machen. Die Herausforderungen sind klar, aber die Gestaltung einer modernen Beleuchtung könnte die Lebensqualität in Bremen erheblich steigern.