Die Begeisterung für das Tanzen blüht in Bremen wieder auf – vor allem bei Jugendlichen. Nach den Herausforderungen der Corona-Zeit sind die Teilnehmerzahlen in den Tanzschulen erfreulicherweise auf Vorkrisenniveau gestiegen. Insbesondere die Tanzschule Renz und die Tanzarena setzen an, ihre Kursangebote zu erweitern und bieten spezialisierte Programme an, die auf die Bedürfnisse junger Tänzer*innen eingehen. Der Weser-Kurier berichtet über die steigende Beliebtheit von Equality- und queeren Tanzkursen, die Geschlechterrollen im Tanz aufbrechen.
Gleichzeitig wird in der Tanzschule Renz Wert auf eine inklusive Atmosphäre gelegt, sodass gleichgeschlechtliche Paare und alle Altersgruppen willkommen sind. Hier lernen etwa 60 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren verschiedene Tänze, von Discofox über Tango bis hin zum langsamen Walzer. Björn Mertins, Teilhaber der Tanzschule, spricht von voll ausgebuchten Kursen und einem sichtbaren Interesse an Tanz als sozialem Medium und entschleunigender Aktivität.
Aufbruch der Geschlechterrollen im Tanz
Was macht die Kurse in der Tanzschule Renz so besonders? Die Verwendung von Begriffen wie Leader und Follower anstelle von Herren- und Damenschritten ist nur ein Teil des neuen Ansatzes. „Bei uns tanzen die Paare einfach, unabhängig von Geschlecht und Orientierung“, betont Mertins. Zudem betont er, dass sich an den Tänzen selbst nicht viel geändert hat – vielmehr sind es die Unterstützung durch soziale Medien und die Outfits, die die Atmosphäre verändern.
In der Tanzarena wird ebenfalls ein ähnlicher Ansatz verfolgt. Benjamin Fellbusch berichtet von vermehrtem Zulauf für die queeren Tanzkurse. Obwohl die Zahlen noch nicht ganz die Vorkrisenniveaus erreichen, freut er sich über die positive Entwicklung. Er betont die Wichtigkeit der Kooperation mit Schulen, wo bereits Grundschüler den Cha-Cha-Cha erlernen können.
Tradition und Innovation vereint
In der Tanzschule Schipfer-Hausa wird traditionell gearbeitet – hier sind die Vorlieben der Jugendlichen oft konventioneller, und die Nachfrage ist hoch. Carsten Wulf, Inhaber der Schule, sieht allerdings auch ein gewisses Interesse daran, mit Partner*innen des anderen Geschlechts zu tanzen. Während Wulf kritisiert, dass Tanzsportverbände gleichgeschlechtliche Paare nicht zulassen, hat seine Schule für dieses Jahr bereits keine freien Plätze mehr für junge Damen.
In Bremen scheinen alle Facetten des Tanzens ihren Platz zu finden. Vom klassischen Ballroom bis hin zu innovativen Equality-Kursen – die Stadt hat für alle etwas zu bieten. Das bevorstehende Abtanzball-Event, bei dem die Jugendlichen in unterschiedlichen Tanzschuhen (von Sneakern bis hochhackigen Schuhen) auftreten, verspricht ein weiteres Highlight zu werden. Émile Kutsch und Aenna Rudnick haben beim letzten Tanzturnier bereits den ersten Platz belegt und zeigen, wie viel Freude Tanzen vermitteln kann.
Ein Schritt in die Zukunft der Tanzkultur
Die Vielfalt der Tanzangebote in Bremen ist beeindruckend und spiegelt sich auch in den Kursen wider, die nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch soziale Interaktionen fördern. Tanz ist längst nicht mehr allein Freizeitvergnügen; es ist ein Raum, in dem junge Menschen ihre Identität und Kreativität ausleben können. Das Equality-Tanzen, das gleichgeschlechtliche Partner und das Wechseln der Rollen im Tanzsport ermöglicht, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Der TSC Fischbach fördert diese Art des Tanzens aktiv und unterstützt Paare in Turnier- und Breitensportgruppen.
Insgesamt ist die Rückkehr zur Tanzkultur ein Erfolg. Die Bremer Tanzschulen – ob traditionell oder modern – haben ein gutes Händchen dafür, ihre Angebote an die Bedürfnisse junger Menschen anzupassen und damit schlussendlich die Tanzbegeisterung in der Stadt neu zu entfachen.





