Die Wogen schlagen hoch beim FC Crystal Palace. Nach dem gestrigen Spiel gegen Wolverhampton, wo eine 0:1-Niederlage verzeichnet wurde, steht Oliver Glasner, der ehemalige Trainer von Eintracht Frankfurt, massiv in der Kritik. Obwohl der Österreicher im vergangenen Jahr den FA Cup mit der Mannschaft gewinnen konnte, haben die aktuellen Leistungen der Eagles viele Fans enttäuscht. Gerüchte über eine mögliche vorzeitige Trennung von Glasner kommen immer mehr auf. Insbesondere ein großes Banner in der Fankurve machte unmissverständlich klar, was viele Anhänger denken: „Verpasste Chancen, Vorstand unfähig, Fans nicht respektiert, Glasner am Ende,“ hieß es darauf.
Die Unzufriedenheit der Fans ist nicht neu. Bereits zuvor gab es deutliche Kritiken an Glasner, der vor drei Monaten noch für seine Leistungen von den eigenen Fans gefeiert wurde. Nun zeigt sich, dass die Atmosphäre am Selhurst Park gekippt ist. Glasner selbst äußerte sich zu der Situation: Er versteht die Enttäuschung der Anhänger, die ihre Stimmen erheben müssen, wenn die eigene Mannschaft nicht die gewünschten Leistungen zeigt.
Die Erfolge und Herausforderungen
Was heißt das für die sportliche Situation bei den Palace? Unter Glasner erlebte der Klub eine beeindruckende Serie von 19 ungeschlagenen Spielen. Dies gab einem Team, das sich zuvor im unteren Tabellendrittel festgesetzt hatte, neues Leben. Die Mannschaft spielt in einer stabilen 3-4-2-1-Formation, die auf solide defensive Grundlagen baut. Kapitän Marc Guehi spielt dabei eine zentrale Rolle. Zusammen mit Maxence Lacroix und Chris Richards hat er dazu beigetragen, dass Palace insgesamt 15 Spiele ohne Gegentor hat – die dritthöchste Anzahl in der Premier League.
Eine interessante Wendung gab es am Deadline Day, als ein Wechsel von Guehi zu Liverpool abgelehnt wurde, da der Klub keinen adäquaten Ersatz finden konnte. In der Offensive läuft es für Palace ebenfalls, auch wenn sie in den offenen Spielzügen nur auf dem elften Platz liegen. Die Abwehrspieler haben offensiv großes Potenzial gezeigt: 34 der insgesamt 60 Tore in der Liga wurden entweder von einem Verteidiger erzielt oder vorbereitet, was die Vielseitigkeit des Spielstils unter Glasner unterstreicht.
Looking Ahead
Die Mannschaft steht nun vor einer kritischen Phase. Die nächste Länderspielpause bietet die Möglichkeit zur Neuorientierung. Interessanterweise hat das Team bei Standardsituationen, insbesondere bei Ecken, einen großen Sprung gemacht. Vor Glasners Amtsantritt konnte Crystal Palace 195 aufeinanderfolgende Ecken ohne Torabschluss verzeichnen. Diese ewige Durststrecke scheint nun Geschichte zu sein, da sie statistisch das effizienteste Team in der Premier League bei Ecken geworden sind.
Ob die Zukunft unter Glasner weitergehen kann, bleibt abzuwarten. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Wogen bis zum Saisonende glätten – denn die Fans haben klare Erwartungen an ihren Klub und ihren Trainer.



