Im Bremer Steintor sorgt der Werder-Imbiss für Gesprächsstoff, und das nicht nur, weil er seit den 1980er Jahren ein beliebter Treffpunkt für Werder-Fans an Heimspieltagen ist. Bei einer kürzlich durchgeführten Hygienekontrolle hat der Imbiss jedoch kräftig ins Fettnäpfchen getreten. Der Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (LMTVet) stellte fest, dass die Lagerbedingungen für leicht verderbliche Lebensmittel stark zu wünschen übrig lassen.
Die Nachkontrolle am 12. März 2026 offenbarte, dass Grillhähnchen bei 10,2 Grad gelagert wurden, während die Temperaturanforderung zwischen 2 und 4 Grad liegt. Auch die Hähnchenflügel waren mit 11,8 Grad weit über dem erlaubten Bereich, und die Currywurst wurde gar bei 12,2 Grad gelagert. Selbst die selbst hergestellten Saucen und der geschnittene Kopfsalat waren zu warm, was die Kontrolleure dazu veranlasste, auf eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher hinzuweisen. Diese Mängel sind nicht neu; bereits bei einer Kontrolle am 11. Februar 2026 waren unzureichende Kühlbedingungen beanstandet worden.
Die Herausforderungen der Lebensmittelüberwachung in Bremen
Die Problematik rund um die Hygiene in Bremer Gastronomiebetrieben ist kein Einzelfall. Laut einer aktuellen Erhebung wurden im Jahr 2023 insgesamt 4.048 Mängel festgestellt, während diese Zahl 2024 auf 4.480 anstieg. Dies zeigt, dass die Herausforderungen für die Lebensmittelüberwachung in der Hansestadt zunehmen. Besonders auffällig ist der Anstieg der beanstandeten Betriebe, der von 689 auf über 800 gestiegen ist. Die Gründe dafür sind vielfältig: Fehlende Fachkräfte und eine hohe Fluktuation beim Personal tragen zur Verschlechterung der Hygienesituation bei.
Die Bremer Lebensmittelüberwachung führt jährlich etwa 4.200 Kontrollen in verschiedenen Betrieben durch, darunter Restaurants, Imbisse und Geschäfte. Die häufigsten Beanstandungen betreffen mangelhafte Hygiene und falsche Kennzeichnung von Lebensmitteln. So kam es in einem Fall vor, dass Schafskäse als Kuhmilchkäse verkauft wurde, was für Verwirrung bei den Verbrauchern sorgte. Auch die Reinigung der Betriebe erfolgt oft, wird jedoch nicht ausreichend dokumentiert, was zu weiteren Beanstandungen führt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Veröffentlichung von Verstößen auf der Website der Bremer Lebensmittelüberwachung soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Hygienevorschriften zu schärfen. Dennoch bleibt zu hoffen, dass Betriebe wie der Werder-Imbiss aus den aktuellen Kontrollen lernen und ihre Standards verbessern. Die Verantwortung für die Gesundheit der Verbraucher liegt letztlich bei den Betreibern, und die regelmäßigen Kontrollen sind ein wichtiger Schritt, um für mehr Sicherheit und Qualität in der Gastronomie zu sorgen.
Die jüngsten Ereignisse im Werder-Imbiss sind ein klarer Hinweis darauf, dass die Lebensmittelüberwachung in Bremen mehr denn je gefordert ist. Die Stadt wird weiterhin ihre Augen offen halten, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten und die Standards in der Gastronomie zu erhöhen.