In Bremen hat ein 66-jähriger Mann bei einem rätselhaften Gesundheitszustand die Aufmerksamkeit von Ärzten auf sich gezogen. Unlängst wurde er mit schweren Gangstörungen im Klinikum Bremen-Ost eingeliefert. Sein Zustand hatte sich überraschend schnell verschlechtert, sodass er kaum noch in der Lage war, geradeaus zu laufen. Vor der Aufnahme waren bereits Koordinationsstörungen aufgrund einer Diagnostizierten Nervenerkrankung bekannt, doch die drastische Verschlechterung seines Gesundheitszustandes sorgte für große Verunsicherung unter den behandelnden Ärzten, wie bremen.t-online.de berichtet.

Bei der Einschätzung seines Zustands wurde ein MRT des Rückenmarks durchgeführt, das Defekte an den Hintersträngen aufzeigte, jedoch keine Erklärung für die massive Verschlechterung lieferte. Die Mediziner schlossen häufige Ursachen, wie einen Vitamin-B12-Mangel, aus. Stattdessen stellte sich bei einer detaillierten Analyse der Blutwerte heraus, dass der Patient an einem seltenen Kupfermangel leidet. Solche schlechten Kupferwerte kommen nicht oft vor, was bei den Ärzten Entsetzen auslöste. Normalerweise wird Kupfer in der Nahrung ausreichend bereitgestellt, und Kupfermangel ist eher die Ausnahme als die Regel, wie medlexi.de erklärt.

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Ursachen und Therapie

Der Körper benötigt Kupfer, um zahlreiche enzymatische Prozesse zu unterstützen und den Eisenstoffwechsel aufrechtzuerhalten. Ein Mangel kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Anämie und Immunschwäche führen. Bei unserem Patienten fiel auf, dass er zinkhaltige Haftcreme für seine Zahnprothesen bis zu acht Mal täglich verwendet hatte. Diese Creme enthält mehr Zink als andere Produkte und könnte somit die Kupferausscheidung im Körper erhöht haben. Bremen.t-online.de berichtet, dass Assistenzarzt Florian Welle in der Fachliteratur einen Fall aus dem Jahr 1900 fand, der ähnliche Symptome aufwies.

Um den Kupfermangel zu behandeln, bestellte das medizinische Team spezielle Kupfer-Infusionen aus den USA. Zudem wurde die Dosierung der Haftcreme reduziert. Die Therapie zeigt erste Erfolge, der Patient hat mittlerweile eine Reha-Klinik erreicht und ist nahezu symptomfrei. Das macht Mut, denn schnell eingeleitete Behandlungen können oft zu einer bemerkenswerten Verbesserung des Gesundheitszustandes führen.

Symptome und Prävention

Kupfermangel ist nicht zu unterschätzen und kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Der tägliche Kupferbedarf beträgt zwischen 1,5 und 3 mg, wobei ein Mangel vor allem durch Fehlernährung oder bestimmte gesundheitliche Zustand hervorgerufen werden kann. Die beste Vorbeugung ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kupfer, welches in Nüssen, Fleisch und Meeresfrüchten vorkommt.

Die Prognose ist bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung gut, doch es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen. Solange der Körper in der Lage ist, Kupfer zu speichern, ist eine gezielte Zufuhr meist erfolgreich. Ein gesundes Bewusstsein für die eigene Ernährung kann also dazu beitragen, Mängel frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.