In Bremen wird gerade kräftig an der Bildung gebastelt. In der Ludwig-Jahn-Straße freut man sich über die sanierte Turnhalle, während das Kinder- und Familienzentrum Fährer Flur bereits erfolgreich abgeschlossen wurde. Doch das wahre Augenmerk gilt einem neu geplanten Schulbau: Auf dem ehemaligen Sportplatz soll eine brandneue Grundschule errichtet werden. Für Kerstin Kreitz, die Geschäftsführerin der Bildungsbau Bremen GmbH und Co. KG (BiBau), ist die Lage jedoch „dramatisch“, denn ohne finanzielle Mittel steht das Vorhaben auf der Kippe. Die BiBau, eine privatwirtschaftliche Organisation, deren Anteile zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Bremen sind, plant nun, das Grundstück für die Grundschule zu erwerben. Wie das-bhv.de berichtet, ist eine Fortführung des Projekts ohne die BiBau nicht möglich, da die Stadt mit einem erheblichen Sanierungsstau von rund einer Milliarde Euro zu kämpfen hat.

Der Beirat hat einstimmig für den Verkauf des Grundstücks an die BiBau gestimmt, was ein Schritt in die richtige Richtung sein soll. Der Rainer Berlips von Immobilien Bremen (IB) hebt hervor, dass die Finanzierung über ein sogenanntes „finanzielles Konstrukt“ künftig Kredite ermöglicht, die im Rahmen der Schuldenbremse augenscheinlich in Betracht gezogen werden müssen. Bedenken äußert Ingo Schiphorst, der die BiBau als potenzielles Risiko für die Privatisierung sieht und anmerkt, dass die ursprünglich angestrebte Entlastung durch den Neubau ausbleiben könnte, falls keine tatsächlichen Verbesserungen im Tempo und der Kostenkontrolle erreicht werden.

Ein großer Schritt für den Schulbau

Der Bremer Senat hat bereits Schritte zur Gründung einer Pilotgesellschaft für Bildungsbau unternommen, um dem wachsenden Bedarf an Schulen und Kitas gerecht zu werden. Laut bremennews.de wurde am 22. Oktober 2024 beschlossen, eine solche Gesellschaft zu gründen, die nun mit einem Eigenkapital von 300 Millionen Euro ausgestattet ist. Dies zeigt, dass der Senat erkannt hat, wie wichtig weitere Bildungsinvestitionen für die Stadt sind.

Bildungssenatorin Sascha Aulepp (SPD) betont die Notwendigkeit der verlässlichen Betreuung aller Kinder in Bremen und unterstützt die Initiative entschieden. Durch die Gründung eines Arbeitskreises, der ab dem Frühjahr Ergebnisse erzielen soll, sollen die Weichen für zukünftige Projekte schnell gestellt werden. Die Pilotgesellschaft übernimmt nicht nur den Neubau, sondern wird auch für die Instandhaltung und Bewirtschaftung aller Gebäude verantwortlich sein, was den gesamten Schulbau in Bremen auf ein neues Niveau heben könnte.

Die nächsten Schritte

Die Pilotgesellschaft hat sich bereits auf sechs drängende Bauprojekte konzentriert, darunter der Ersatzneubau der Grundschule Fährer Flur in Vegesack. Mit dem Ziel, die ersten Baumaßnahmen bis 2026 abzuschließen, hofft die Stadt, dem angespannten Bildungsmarkt einen frischen Wind zu geben. Auch die Finanzierungsstrategien werden angepasst; laut butenunbinnen.de sollen private Investoren und der Kapitalmarkt für die Sanierung der Schulen herangezogen werden.

Die Legende über ein kompliziertes bürokratisches Netz könnte bald von einer neuen Realität abgelöst werden, in der schnelle Entscheidungen und weniger Abstimmungszeiten das Bild bestimmen. Damit könnten sowohl die nötigen Sanierungsprojekte als auch der Neubau von Schulen und Kitas deutlich zügiger realisiert werden.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Ansätze tatsächlich fruchten und die Herausforderungen des Bremer Bildungssystems bewältigt werden können. Eines steht fest: Wenn hier richtig investiert wird, wird die Zukunft der Bremer Kinder ganz anders aussehen als die Vergangenheit.