In der Bremer Stadtteil Burgdamm kam es am Montagabend zu einem spektakulären Einsatz der Polizei. Zwei mutmaßliche Kupferdiebe wurden in einem leerstehenden Baumarkt festgenommen, nachdem Anwohner gegen 19.30 Uhr mehrere dunkel gekleidete Personen beobachtet hatten, die mit verdächtigen Gegenständen in einen dunklen Pkw luden. „Da liegt was an“, dachten sich die Anwohner und alarmierten umgehend die Polizei, die das Gebäude umstellte und die Verdächtigen dingfest machte, wie der Weser-Kurier berichtet.
Die Polizei fand im Inneren des Baumarktes nicht nur einen 20-jährigen und einen 30-jährigen Mann, sondern auch mehrere Meter abgetrennte Kupferkabel, die bereits für den Abtransport bereitgelegt waren. Zudem entdeckten die Beamten mutmaßliches Tatwerkzeug, darunter einen Bolzenschneider. Bei der Durchsuchung der Verdächtigen fanden sie ein Messer, ein Pfefferspray und Handschuhe. Die beiden Männer wurden daraufhin vorläufig festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen des besonders schweren Falls des Diebstahls eingeleitet.
Wachsendes Problem von Kupferdiebstählen
Der Kupferdiebstahl ist nicht nur ein Problem in Bremen, sondern zieht sich durch die gesamte Region. Ein weiteres Aufeinandertreffen mit dem Phänomen gab es in Apensen, wo ein Anwohner verdächtige Geräusche bei einem Aldi-Markt hörte und sofort die Polizei informierte. Trotz rascher Fahndung konnten die Täter jedoch entkommen. Vor dem Markt stellte die Polizei einen Opel Astra mit polnischem Kennzeichen sicher, der zuvor mit einem Tankbetrug in Verbindung gebracht worden war, wie das Kreiszeitung Wochenblatt berichtet.
Diese Fälle sind Teil eines alarmierenden Trends, der in den letzten Jahren in der Region zu beobachten ist. Kupfer ist hoch im Kurs, und Diebe haben es auf Baustellen, E-Ladesäulen und andere Objekte abgesehen. Laut einem Bericht der Tagesschau hat sich die Schadenssumme durch Buntmetalldiebstähle seit 2020 fast vervierfacht. Besonders krass war der Diebstahl von rund zwei Tonnen Kupferdrähten aus einem Firmengebäude in Itzehoe, was einen Schaden von 21.900 Euro verursachte. Die Polizei warnt Metallhändler vor unwissentlichem Ankauf gestohlenen Metalls und plant sogar eine Sensibilisierungskampagne, um mehr Aufmerksamkeit auf die Problematik zu lenken.
Mit zunehmendem Kupferpreis – der sich seit 2021 fast verdoppelt hat – ist zu erwarten, dass solche Diebstähle weiter zunehmen werden. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, verdächtige Beobachtungen umgehend zu melden und sich gemeinsam gegen diese Form des Verbrechens zu wehren.



