In Bremen ist es wieder soweit: Am Donnerstag beginnt die Schule und viele Eltern von Erstklässlern stehen vor der großen Frage, wie sie ihre Kinder sicher zur Schule bringen können. Leider führen zahlreiche Familien dazu, das Auto zu nutzen, was nicht nur den Verkehr auf den Straßen anheizt, sondern auch zu gefährlichen Situationen an den Grundschulen, insbesondere in den Stadtteilen Hemelingen, der Vahr und Osterholz, führt. Ein Netzwerk in Hemelingen, das sich „Sicherer Schulweg“ nennt, setzt sich seit Jahren aktiv für mehr Sicherheit vor Grundschulen ein und hat bereits viele Lösungsansätze entwickelt. Laut dem Weser-Kurier motiviert das Netzwerk die Eltern, das Auto stehen zu lassen und übt gleichzeitig Druck auf die Verwaltung aus.

In diesem Jahr hat das Netzwerk einen weiteren Schritt unternommen und die Eltern zukünftiger Grundschüler über Kitas über das Thema „sicherer Schulweg“ informiert. Besonders die Grundschulen Osterhop und Parsevalstraße sind von der Initiative betroffen, da hier im Alltag oft unübersichtliche und gefährliche Situationen entstehen. Ein Punkt, der viele Eltern betrifft, ist das Wenden vor den Schulen, was die Situation zusätzlich kompliziert. Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, plant das Netzwerk, Schulstraßen einzuführen, die für bestimmte Zeitabschnitte für den Autoverkehr gesperrt sind.

Schulstraßen für mehr Sicherheit

Schulstraßen sind in vielen Ländern Europas bereits verbreitet. In Deutschland gab es jedoch in der Vergangenheit Bedenken bezüglich der rechtlichen Umsetzung. Seit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) im Oktober 2024 können Schulstraßen ohne den Nachweis einer konkreten Gefahr eingerichtet werden. Deutschlandfunk berichtet, dass der „Schulexpress“, der es Kindern ermöglicht, gemeinsam zur Schule zu gehen, nicht überall gut vernetzt ist und dennoch für mehr Sicherheit sorgt.

In der Parsevalstraße gibt es zudem eine unklare Regelung bezüglich der Geschwindigkeitsbegrenzung, was die Eile vieler Eltern begünstigt und die Gefahr für die Kinder erhöht. Aktuell bringt etwa ein Viertel der Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, was in einer Studie zu den Schulwegen als eines der Hauptprobleme identifiziert wurde: 86% der Befragten lehnen den Schulweg mit dem Auto für Grundschüler ab.

Verkehrsexperten sind sich einig: Kinder sind am sichersten, wenn sie zu Fuß zur Schule gehen. Dennoch haben schätzungsweise 43% der Eltern dafür Gründe, was sich auch in einer Forsa-Umfrage zeigt, laut der 23% der Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. Das Netzwerk und engagierte Eltern setzen sich weiterhin dafür ein, dass die richtige Mobilität gefördert wird, um den Schulweg für die Kleinsten sicherer zu gestalten.

Alltagsgestaltungen und Rechtslage

Das Amt für Straßen und Verkehr in Bremen verfolgt aufmerksam die Überlegungen anderer Städte zu Schulstraßen. Doch aufgrund der bestehenden rechtlichen Situation sind temporäre Sperrungen in Bremen derzeit nicht umsetzbar. Das Mobilitätsressort in Bremen hat das Konzept Schulstraßen bisher nicht weiterverfolgt und verweist stattdessen auf Maßnahmen wie den Fußverkehrscheck und das Schulwegheft, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.

Bleibt zu hoffen, dass die neu geschaffene Rechtslage bald ihre Früchte trägt und Schulstraßen in Bremen zur Realität werden. Schließlich liegt das Wohl der Kinder in unserer Verantwortung und zusammen können wir die Bedingungen für ihre Schulwege verbessern.