Ein neuer Wind weht durch Bremen-Hemelingen, insbesondere rund um die ehemalige Galopprennbahn. Eine aktuelle Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Bremer Bürger:innen eine teilweise Wohnbebauung auf dem Gelände befürwortet. Ganze 65 Prozent der Befragten unterstützen diese Idee, während 25 Prozent klar dagegen sind. Insgesamt wurden 1.147 Personen in Bremen befragt, um das Meinungsbild zu erheben und auf die Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Die Umfrage verdeutlicht den Wohnraumbedarf, dem sich die Stadt stellen muss.
Der Vorstoß zur Bebauung wird insbesondere von der Linken-Politikerin Kristina Vogt und Bausenatorin Özlem Ünsal von der SPD unterstützt. Beide heben hervor, dass der Bedarf an Wohnraum nicht länger ignoriert werden kann. Auf der anderen Seite zeigen andere Parteien Zurückhaltung. Auch der bestehende Rahmenplan, der die Schaffung eines Klimawaldes sowie Sportanlagen vorsieht, wird hierbei nicht außer Acht gelassen. Der DeutschlandTREND unterstreicht nicht nur die öffentliche Meinung zu wohnpolitischen Fragen, sondern beleuchtet auch, dass ein Volksentscheid aus dem Jahr 2019, bei dem 56 Prozent der Bremer gegen eine Wohnbebauung stimmten, im Raum steht.
Komplexe Lage
Die Situation rund um das Rennbahn-Gelände ist komplex. Während die FDP klar gegen die Wohnbebauung ist und um die Umsetzung von versprochenen Freizeitangeboten kämpft, stehen in der Umgebung bereits neue Wohnungen in Aussicht. Beispiele hierfür sind das ehemalige Coca-Cola-Gelände mit 240 neuen Wohnungen und die Alte Süßwarenfabrik, die Platz für 270 Wohneinheiten bietet. Hier stellt sich die Frage, ob die Anwohner vor Ort wirklich bereit sind, eine Neubebauung zu akzeptieren.
Im östlichen Teil des Geländes befindet sich die Draußenschule der Oberschule Sebaldsbrück, während im Westen Sportplätze und eine Multifunktionshalle entstehen sollen. Dies zeigt, dass die Pläne für die umwidmete Fläche nicht ausschließlich auf Wohnraum abzielen, sondern auch auf eine vielfältige Nutzung der Fläche. Der Rahmenplan wurde über mehrere Jahre in einem umfassenden Beteiligungsprozess entwickelt, was die Meinungsbildung vor Ort sehr wichtig macht.
Politische Debatte und Planungen
In der politischen Debatte geht es nicht nur um Meinungen, sondern auch um konkrete Fragen zur Lage, zum Umfang und zum Zeitplan der geplanten Bebauung. Die CDU hat hierzu bereits Nachfragen gestellt und will genau wissen, wie es weitergeht. Auch die Grünen, die stark in der Bremer Politik verankert sind, zeigen mit 74 Prozent unter ihren Anhängern eine positive Haltung gegenüber der Bebauung.
Doch die Diskussion wird weiterhin von der Erinnerung an den Volksentscheid 2019 geprägt, wo die Bürger:innen sich gegen eine Wohnbebauung aussprachen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Meinungen in Zukunft entwickeln werden und ob die Stadt Bremen eventuell schon bald ein gutes Händchen für die künftige Nutzung des Geländes beweisen kann. Schließlich wird deutlich, dass in Bremen-Hemelingen nicht nur ein neuer Wohnraum entsteht, sondern auch das Potenzial für eine immense soziale und infrastrukturelle Entwicklung gegeben ist.



