In Bremen und Umgebung bleibt das Thema Drogenkriminalität ein ständiger Begleiter. Bei einer aktuellen Gerichtsverhandlung am Amtsgericht Osterholz-Scharmbeck stand ein 38-jähriger gebürtiger Bremer vor Gericht, der im Herbst 2023 mehrere Delikte begangen hatte, die durch seine **Crack-Abhängigkeit** motiviert waren. Der Angeklagte wird beschuldigt, in Lilienthal, Bremen und Ritterhude aktiv geworden zu sein und dabei einen Gesamtschaden von nahezu 8000 Euro verursacht zu haben. So hatte er unter anderem eine Autoscheibe zerstört und diverse Diebstähle begangen, bei denen er gestohlene Kreditkarten verwendete, um Geld abzuheben und einen Laptop zu kaufen. Wie der Weser-Kurier berichtet, beantragte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden sollte.
Der Angeklagte, der mit 14 Jahren begann, Drogen zu konsumieren, geriet nach dem Verlust eines Familienmitglieds erneut in die Abhängigkeit von Crack. Diese Droge, eine rauchbare Form von Kokain, führt schnell zu einer hohen psychischen Abhängigkeit. Laut ZDF wird Crack in den großen Städten Deutschlands immer beliebter, was teils zu einem Anstieg von Drogenkriminalität führt. In Köln hat sich beispielsweise ein Drogenkonsumraum etabliert, um der drohenden Verelendung und den damit verbundenen Todesfällen entgegenzuwirken.
Verteidigung und Urteil
Die Verteidigung stellte in dem Prozess die Forderung nach einer Therapie sowie eine Freiheitsstrafe von unter einem Jahr in den Raum. Doch das Gericht folgte den Argumenten der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann letztlich zu der beantragten Freiheitsstrafe. Der Verteidiger Alexander Ukat betonte, dass der Angeklagte mit seiner Vergangenheit abschließen wolle, eine Herausforderung, die durch seine 33 Vorstrafen, darunter schwere räuberische Erpressung und Wohnungseinbrüche, nicht gerade einfacher wird.
Die Situation in der Drogenlandschaft
Der Vorfall in Bremen ist Teil eines größeren Problems. Laut einer aktuellen Studie des Tagesschau steigt die Zahl der Menschen, die illegale Drogen konsumieren, dramatisch. Insbesondere der Konsum von Kokain hat sich seit 2015 verdreifacht. Die Sicherheitsbehörden haben in den letzten Jahren nie zuvor gesehen hohe Mengen an Kokain sichergestellt, was die Dramatik der Lage unterstreicht.
Die Drogenkriminalität ist nicht nur ein individuelles Problem, sondern beeinflusst auch das öffentliche Leben. In vielen Städten kämpfen Drogenbanden um die Kontrolle über ihre Reviere, was zu einer erhöhten Gewalt führt. Auch das öffentliche Betteln und die Beschaffungskriminalität nehmen zu. Die Stadt Frankfurt plant sogar den Bau eines Suchthilfezentrums für Crack-Abhängige, ein Vorhaben, das auf Widerstand von Mietern und Investoren stößt.
Es bleibt zu hoffen, dass durch einen konstruktiven Umgang mit diesem Thema, das Beispiel des Züricher Modells nach Deutschland getragen werden kann. Dort hat man durch gesicherte Konsumräume und soziale Integration der Konsumenten Erfolge erzielt und konnte so das drogenbedingte Elend verringern.