In der Bremer Scharnhorststraße wird es in den kommenden Monaten turbulent zugehen. Eine umfassende Sanierungsmaßnahme, die von Hansewasser initiiert wurde, sorgt für einige Irritationen im Verkehrsausschuss. Der Grund: Die Erneuerung eines 115 Jahre alten Mischwasserkanals zwischen der Buchen- und Loignystraße, die am 4. Mai 2026 ihren Anfang nimmt und bis zum 31. Dezember desselben Jahres dauern soll. Ein zweiter Abschnitt ist von Januar bis September 2027 geplant. Die Kamera-Untersuchungen haben erhebliche Schäden am alten Kanal festgestellt, sodass bei Bedarf auch die Hausanschlussleitungen saniert werden sollen.
Während der Bauarbeiten wird die Scharnhorststraße in den jeweiligen Abschnitten voll gesperrt, die Gehwege bleiben jedoch für Fußgänger frei. Hansewasser betont, dass der Zeitrahmen für ein solches Projekt in offener Bauweise normal sei. Der neue Kanal wird deutlich größer sein, was eine große Baugrube und die vollständige Entfernung des alten Kanals erfordert. Im Kreuzungsbereich zur Buchenstraße verlaufen zudem zahlreiche weitere Versorgungsleitungen, was eine sensible Vorgehensweise notwendig macht.
Ein weiterer Kanalbau in Bremen
Doch nicht nur in der Scharnhorststraße wird gegraben. Ab dem 4. Mai 2026 beginnt auch in der Sankt-Jürgen-Straße ein weiteres großes Kanalbauprojekt. Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme auf etwa 600 Metern zwischen der Tresckowstraße und der Straße Am Schwarzen Meer. Auch hier wird ein neuer Mischwasserkanal in offener Bauweise gebaut, der einen Durchmesser von bis zu 150 cm haben wird. Dieser ersetzt einen bestehenden Kanal aus dem Jahr 1904, der mit einem eiförmigen Querschnitt von 80 cm Breite und 120 cm Höhe nicht mehr den heutigen Anforderungen genügt.
Das Ziel der Arbeiten in der Sankt-Jürgen-Straße ist die Verbesserung der Starkregenvorsorge und die Optimierung des Wasserabflusses. Zudem wird eine neue Niederschlagswasserleitung verlegt, die für das zukünftige Neue Hulsberg Viertel (NHV) benötigt wird. Die gesamte Maßnahme ist in vier Abschnitte unterteilt und soll voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen sein. Während der Bauzeit bleibt die Anfahrt zur Notaufnahme des Klinikums Bremen Mitte ungehindert, und Fuß- sowie Radverkehr können die Baustelle passieren. Der motorisierte Verkehr wird über die Bismarckstraße, Bennigsenstraße, Georg-Bitter-Straße, Osterdeich und Lüneburger Straße umgeleitet.
Umfassende Planung und Anwohnerinformation
Vor den Baumaßnahmen gab es umfassende Abstimmungen zwischen der Hansewasser Bremen GmbH, dem Ortsamt Mitte / Östliche Vorstadt, sowie dem Amt für Straßen und Verkehr und der Gesundheit Nord GmbH. Die Anwohner werden vor Baubeginn per Informationsschreiben über den Ablauf und die Auswirkungen der Arbeiten informiert. Grafiken, die einen Überblick über die Bauabschnitte und Anfahrtswege zum Klinikum Bremen Mitte sowie zu den Geschäften vor Ort geben, stehen ebenfalls zur Verfügung.
Die umfangreichen Arbeiten in der Scharnhorststraße und der Sankt-Jürgen-Straße sind Teil einer größeren Initiative zur Verbesserung der Infrastruktur in Bremen und zur Vorbeugung von Starkregenfolgen. Während die Bauarbeiten für einige Unannehmlichkeiten sorgen werden, ist das Ziel klar: Eine moderne, sichere Kanalisation für die Zukunft der Stadt.