In der Bremer Malerstraße tut sich derzeit einiges – doch nicht alles ist zum Besten bestellt. Gewerbetreibende beklagen sich über die Baustelle zur Erneuerung der Fernwärmeleitungen des Oststrangs. Diese Arbeiten, die bis zum Jahr 2030 den Bremer Osten mit Wärme versorgen sollen, haben lange Zeit für einen eingeschränkten Zugang gesorgt und die Kommunikation seitens Wesernetz hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Laut dem Weser-Kurier hatten viele Anwohner und Geschäftsinhaber das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein. So äußerte Tischlermeister Tim Schwän öffentlich seine Unzufriedenheit mit der Informationspolitik des Unternehmens.
Von Problemen in der Kommunikation berichtet auch Klavierbauer Klaus Fromhertz. Er erhielt erst durch eine Nachbarin Wind von den Bauarbeiten und bezeichnete die Informationspolitik von Wesernetz als „ganz schlechte Kommunikation“. Marina Nicklisch, Betreiberin eines Kosmetikstudios, fand ebenfalls keinen direkten Zugang zu den Informationen und erfuhr von den Baustellenmaßnahmen durch ein Mitglied des Beirats. Für sie kommen diese Arbeiten während einer kritischen Phase, in der sie sich um ihre Mutter kümmern muss, nicht gelegen.
Reaktionen der Verantwortlichen
Die Bremer Stadtwerke (SWB) haben betont, dass ein Kundenschreiben bereits Mitte Dezember 2025 an die betroffenen Betriebe versendet wurde und die Zustellung ordnungsgemäß stattgefunden hat. SWB-Sprecher Niklas Oberbach erklärte, dass es bei postalischen Zustellungen zwar nie ganz ausgeschlossen werden kann, dass Informationen übersehen werden, doch es sei wichtig, verschiedene Kommunikationswege zu nutzen, um alle Beteiligten zu erreichen. Wesernetz plant, die internen Abläufe zu verbessern, um die Kommunikation zukünftig zu optimieren.
Die Erneuerung der Fernwärmeleitung ist Teil eines größeren Projekts zur Wärmewende in Bremen. SWB hat bereits angekündigt, dass die Bremer Innenstadt in den nächsten Jahren an das Fernwärmenetz angeschlossen werden soll. In einer Informationsveranstaltung wurden Hausbesitzern die technischen Abläufe und Zeitpläne nähergebracht, um einen Dialog über die Fortschritte zu fördern.
Bedeutung der Fernwärme
Die Wärmewende hat für Bremen hohe Priorität. Der Wärmesektor trägt erheblich zum gesamten Energieverbrauch in Deutschland bei, und Ziel ist es, den Anteil der Fernwärme am Wärmebedarf bis 2036 von 15 % auf 30 % zu verdoppeln. Der Bereich zwischen Weser und Wallanlagen gilt als besonders geeignet für die Umsetzung dieser Pläne, stellt jedoch hohe Anforderungen an die Planung und Durchführung.
Mit dem weiteren Ausbau der Fernwärme ab 2027 wird die Anbindung an zentrale Gebäude, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, erleichtert. Die Inbetriebnahme einer Verbindungsleitung im Herbst 2024 wird die Versorgungsgebiete Horn-Lehe/Universität und Bremen-Ost zusammenführen und somit die weiteren Planungsschritte in Richtung Innenstadt unterstützen.
Auch wenn die Baustelle aktuell für einige Unannehmlichkeiten sorgt, so ist die Zielrichtung klar: Bremen möchte sich auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Wärmeversorgung umstellen.





