In der Neustadt von Bremen gibt es derzeit eine spannende Entwicklung rund um die Bürgermeister-Smidt-Brücke. Nach einer Schaffenspause von knapp einer Woche fährt die Straßenbahn nun wieder über die Brücke. Doch die Freude über diese Rückkehr wird getrübt: Die Brücke ist den Belastungen durch den Schienen- und Straßenverkehr nicht mehr gewachsen. Ein Gutachten, das von Bausenatorin Özlem Ünsal (SPD) am kommenden Dienstag vorgestellt wird, soll die Weichen für einen Neubau stellen. Mit einem finanziellen Aufwand von etwa zwei Millionen Euro wird untersucht, ob es Altlasten auf dem Wesergrund gibt und wie Versorgungsleitungen in einen möglichen Neubau integriert werden können.
Aktuell wird auch eine technische Nachrechnung für den Busverkehr durchgeführt, um die Sicherheit für die Busse auf der Brücke zu überprüfen. Diese Berechnung konzentriert sich ausschließlich auf den Busverkehr und lässt die Straßenbahn außen vor. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, könnte im zweiten Quartal 2025 eine Freigabe für Busse erfolgen. Die Hochschule Bremen wurde beauftragt, ein Monitoringsystem zu entwickeln, das unter der Brücke durch ein Gerüst Messgeräte anbringen wird.
Wissenschaftliche Tests und weitere Maßnahmen
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die wissenschaftlichen Belastungstests, die zeigen sollen, ob die Straßenbahn wieder über die Brücke fahren kann. Die ersten Ergebnisse dieser Tests werden im Sommer 2025 erwartet. Bis dahin dürfen Fußgänger:innen und Radfahrende ab Frühlingsbeginn die Bgm-Smidt-Brücke nutzen. Diese Nutzung könnte jedoch dazu führen, dass weniger Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. In der Zwischenzeit werden alternative Routen für Busse und Bahnen geprüft, um den Verkehr bestmöglich zu lenken.
Parallel dazu soll die Wilhelm-Kaisen-Brücke ab Herbst ertüchtigt werden, um mehr Verkehr aufnehmen zu können. Langfristig ist ein Neubau der Bürgermeister-Smidt-Brücke geplant, der zügig umgesetzt werden soll. Die Abteilung 5 Brücken- und Ingenieurbau des Amtes für Straßen und Verkehr ist dafür verantwortlich, dass alle Ingenieurbauwerke in Bremen stand- und verkehrssicher sind und sich harmonisch in das Stadtbild einfügen.
Bremen und seine Brücken
Bremen hat insgesamt 502 Teilbauwerke, die als Straßenbrücken klassifiziert sind. Diese Weserbrücken prägen das Stadtprofil entlang des Flusses und sind essenziell für die innerstädtischen Verkehrsverbindungen. Fußgänger- und Radwegbrücken ermöglichen den Zugang zu Grünanlagen und ländlichen Bereichen. Es ist von größter Bedeutung, dass alle Ingenieurbauwerke den Maßstäben von Sicherheit, Robustheit, Dauerhaftigkeit und Gestaltung gerecht werden.
Die Abteilung für Brücken- und Ingenieurbau spielt eine entscheidende Rolle, indem sie Rahmenbedingungen für den Entwurf, Bau, die Erhaltung und Prüfung aller Ingenieurbauwerke in Bremen vorgibt. Hier wird nicht nur geplant und gebaut, sondern auch die Wertschöpfungskette des Ingenieurbaues gesteuert und kontrolliert. Diese Maßnahmen sind notwendig, um den hohen Anforderungen an die Infrastruktur in Bremen gerecht zu werden und die Mobilität der Bürger:innen langfristig zu sichern.