In letzter Zeit stehen die Kirchen in Deutschland ganz schön unter Druck, da immer mehr Menschen den Glauben hinter sich lassen. Im Jahr 2025 traten über 600.000 Menschen aus beiden großen Kirchen aus, darunter 350.000 aus der Evangelischen Kirche und 307.000 aus der Katholischen Kirche. Dies stellt einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr dar, was für die Vertreter der Kirchen zwar ein kleiner Lichtblick sein mag, aber die Herausforderungen bleiben bestehen. Insgesamt haben die Kirchen in Deutschland jetzt rund 36,6 Millionen Mitglieder – ein Rückgang von etwa 1,1 Millionen im Vergleich zu 2024. Dies zeigt, dass der Trend zur Entfremdung von den Kirchen weiter anhält, und es wird berichtet, dass 56% der Deutschen sich als uneingeschränkt nicht religiös bezeichnen.

Doch während die Zahlen insgesamt alarmierend erscheinen, gibt es auch positive Entwicklungen – wie der Wiedereintritt von zwei Bremern in die Evangelische Kirche. Rosa Jiménez-Claussen und Michael Stüwer haben nach Jahren des Austritts den Schritt zurück gewagt, motiviert von Gemeinschaft und einem Bedürfnis nach sozialem Engagement. Jiménez-Claussen, die katholisch aufgewachsen ist, trat mit 20 Jahren aus und fand erst kürzlich wieder den Weg zu den Kirchenbänken. Ihre Rückkehr wurde durch eine schwere Krankheit und die Isolation während der Corona-Pandemie geprägt. Sie schätzt die offene Haltung der Bremischen Evangelischen Kirche und ist derzeit ehrenamtlich im Infozentrum tätig. Diese Erfahrungen bieten ihr nicht nur Trost, sondern auch ein Gefühl der Zugehörigkeit.

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Ein neues Kapitel für die Evangelische Kirche

Auch Michael Stüwer, der in seiner Jugend die Kirchenregeln als „trocken und altertümlich“ empfand, fand durch die positive Erfahrung seiner Töchter in der Epiphaniasgemeinde zurück zur Kirche. Stüwer beobachtete, dass der analoge Kontakt in der Gesellschaft abnimmt und wollte seiner Familie eine Gemeinschaft bieten. Seine Rückkehr zeigt, dass es nicht nur um den Glauben selbst geht, sondern auch um das Miteinander und die Unterstützung, die eine Gemeinde bieten kann.

Der Ausblick ist gemischt

Pastor Hans-Jürgen Jung sieht in der Entwicklung eine Trendwende hin zu weniger Kirchenaustritten. Während vor der Pandemie jährlich rund 60 Austritte zu verzeichnen waren, liegt diese Zahl mittlerweile zwischen 30 und 40. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass eine Rückbesinnung auf Gemeinschaft und Glaubensleben stattfindet. Dennoch gibt es weiterhin Herausforderungen, wie die Abnahme von Mitgliedszahlen durch Sterbefälle und die schwindende Attraktivität der Kirchen.

Trotz der besorgniserregenden Statistiken stellt der Wiedereintritt dieser beiden Bremer ein kleines Licht in der Dunkelheit dar. Sie zeigen, dass die Bedeutung von Gemeinschaft und sozialem Engagement nach wie vor hoch im Kurs steht. Die Kirchen haben die Möglichkeit, an diesen Erfahrungen anzuknüpfen und zu überlegen, wie sie ihre Angebote erweitern können, um auch die jüngeren Generationen anzusprechen. Ein Blick in die Zukunft verlangt vor allem nach Erneuerung und einem offenen Dialog über den Platz der Kirchen in der heutigen Gesellschaft. Wie es auch die Berichte von ZDF und Weser-Kurier zeigen, bleibt der Weg zur Revitalisierung der Kirchen steinig, aber nicht unmöglich.