Die Situation rund um die Kindertagesstätten in Bremen hat sich erfreulicherweise stabilisiert. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. hat angekündigt, ab dem 1. März 2026 alle sieben Kitas der insolventen pme Familienservice Bremen gGmbH zu übernehmen. Damit wird nicht nur die Betreuung von rund 400 Betreuungsplätzen gesichert, sondern auch den Eltern und Mitarbeitenden eine verlässliche Perspektive geboten. senatspressestelle.bremen.de berichtet, dass die Entscheidung nach der Insolvenz des Trägers, die Ende November 2025 angekündigt wurde, in einem Beschluss des Jugendhilfeausschusses am 23. Februar 2026 getroffen wurde.

In der Zeit seit der Anmeldung der Insolvenz hatte die Behörde gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter Prof. Dr. Torsten Martini intensiv nach Lösungen gesucht. Bis Mitte Februar 2026 lagen insgesamt sechs Übernahmeangebote anderer Träger vor. Letztlich fiel die Wahl auf die Johanniter, die bereits bundesweit rund 660 Kindertageseinrichtungen betreiben und damit über viel Erfahrung in der Kinderbetreuung verfügen. Auch in Bremen sind sie bereits aktiv, mit einer eigenen Einrichtung, die 110 Kinder betreut, und der Planung weiterer Standorte in Blumenthal und Osterholz-Scharmbeck.

Die Hintergründe der Insolvenz

Die pme Familienservice Bremen gGmbH hatte im November 2025 Insolvenz angemeldet, nachdem die Stadt Bremen ohne Vorwarnung die laufenden Zahlungen für November und Dezember 2025 eingestellt hatte. Diese unerwartete Entscheidung führte zu einer erheblichen finanziellen Schieflage, die bereits mehrere Klageverfahren gegen die Stadt zur Folge hatte. Neben der Unterfinanzierung, die zu einem Verlust von rund 1,1 Millionen Euro bis Ende 2024 führte, war die wirtschaftliche Lage des Trägers auch durch gestiegene Kosten für Energie und Materialien belastet. Von der Insolvenz waren insgesamt acht Kitas mit 540 Plätzen und rund 120 Mitarbeitenden betroffen. familienservice.de erläutert die umfangreiche Problematik, die im Vorfeld zur Insolvenz führte.

Während der Verhandlungen um eine Lösung wurden die Eltern und Mitarbeitenden gebeten, Loyalität zu den Einrichtungen zu zeigen, und ein Folgegespräch zur Klärung der Förderbedingungen fand statt. Die Stadt Bremen setzte ein Interessebekundungsverfahren in Gang, um potenzielle geeignete Träger für die Fortführung der pme-Einrichtungen zu finden.

Blick auf die Zukunft

Die Übernahme durch die Johanniter sorgt für Zuversicht. Die Organisation hat sich verpflichtet, den pädagogischen Ansatz der bestehenden Einrichtungen fortzuführen, der auf Selbstständigkeit, Vielfalt und Partizipation abzielt. Christian Dieckhöfer und Dirk Sommer von den Johannitern übernehmen die Verantwortung für die Kitas und werden die Mitarbeitenden sowie die betroffenen Familien zeitnah über den Verlauf der Übernahme informieren, um einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Im Süden Deutschlands kämpfen derzeit zwei andere Träger, die Lenitas gemeinnützige GmbH und die Pro-Liberis gGmbH, mit ähnlichen Insolvenzproblemen. Hier sind insgesamt 29 Kitas betroffen, was die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen für Träger in der gesamten Bundesrepublik unterstreicht. merkur.de informiert über die sich häufenden Probleme in der Kita-Landschaft und die Bedeutung einer nachhaltigen Finanzierung.

Die bevorstehende Übernahme der Kitas durch die Johanniter ist ein positives Zeichen in einer Zeit, in der solide Lösungen für die Kinderbetreuung gefragt sind. Eltern können sich somit auf die Fortsetzung einer zuverlässigen Betreuung für ihre Kinder freuen.