In Bremen-Kattenturm fand kürzlich der erste Nightwalk statt, ein Spaziergang, der darauf abzielte, Angsträume und dunkle Wege in der Umgebung zu identifizieren. Organisiert vom Ortsamt und unter der Leitung der Quartiersmanagerin Sandra Ahlers sowie Michael Radolla, lockte die Veranstaltung sowohl Organisatoren als auch Vertreter von Baugesellschaften und sozialen Einrichtungen, die sich hier über Unsicherheiten und Lösungsvorschläge austauschten. Dabei wurde besonders die mangelhafte Beleuchtung an Gehwegen thematisiert, was oft ein Gefühl der Unsicherheit hervorruft. Der Nightwalk begann um 17.30 Uhr beim Quartiersmanagement an der Theodor-Billroth-Straße 32 und stellte einen wichtigen ersten Schritt in einem längerfristigen Aktionsplan dar, um die Sicherheit für die Anwohner zu erhöhen. Der Weser-Kurier berichtet, dass die teilnehmenden Anwohner und Fachleute die Dunkelheit als ein zentrales Hindernis erkannten, das nicht nur den Straßenverkehr beeinflusst, sondern auch die Lebensqualität der Bürger einschränkt.
Einige der besonders dunklen Abschnitte, die während des Spaziergangs aufgezeigt wurden, sind der Max-Jahn-Weg sowie die Haltestelle Klinikum Links der Weser. Trotz neuer Beleuchtung wird hier über Dunkelheit berichtet. Zugleich wurde auch auf den Einfluss von wuchernden Baumkronen hingewiesen, die die Strahlkraft der Straßenlaternen mindern. Eine mögliche Lösung, die während des Austauschs erörtert wurde, sind städtebauliche Veränderungen und gezielte Beleuchtungsmaßnahmen. Die Fußwege, die durch Pflanzen und Bäume verdunkelt werden, sind vor allem für Senioren eine Herausforderung. Diese Problematik wurde unter anderem von Pauline Lindhoff vom Dienstleistungszentrum Obervieland angesprochen, die sich um ältere Menschen und Personen mit Beeinträchtigungen kümmert.
Nachhaltige Aktionen geplant
Der Nightwalk stellte nur einen Teil eines größeren Plans dar. Weitere Rundgänge und Projekte zur Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität sind bereits in der Planung. Tim Kroeger von der Baugesellschaft Brebau berichtete, dass er Teil einer Arbeitsgruppe zur Gewaltprävention ist. Der Austausch der Teilnehmer soll dazu beitragen, einen lösungsorientierten Handlungsprozess zu initiieren, um die Sicherheit im Stadtteil nachhaltig zu erhöhen. Zusätzlich hebt NDR hervor, dass ähnliche Initiativen, die auch in anderen Regionen wie dem Emsland bereits anklang finden, dazu dienen, Ängste abzubauen und Selbstvertrauen zu gewinnen.
Im Emsland finden bis Ende 2025 Nightwalks für Frauen statt, die nicht nur zum Ziel haben, Ängste zu mindern, sondern auch Strategien zur Selbstbehauptung zu vermitteln. Die Dunkelheit wird oft mit Ängsten verbunden, und Frauen meiden daher bestimmte Orte häufiger als Männer. Unter dem Motto „Angstfrei durch die Nacht“angeboten von Gaby Bothe, einer Selbstbehauptungs- und Verteidigungstrainerin, wird erwartet, dass solche Veranstaltungen auch in Bremen an Bedeutung gewinnen. Hierbei werden Tipps zur Verteidigung gegeben, auch wenn es sich nicht um klassische Selbstverteidigungskurse handelt.
Ein Blick in die Zukunft
Diese vielversprechenden Initiativen könnten die Sicherheit in Bremen und umliegenden Regionen nachhaltig verbessern. Der Nightwalk in Kattenturm ist somit nicht nur ein Signal für den Stadtteil, sondern auch eine Einladung an die Bürger, aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitzuarbeiten. Die Erkenntnisse aus diesem ersten Spaziergang werden sicher in die zukünftigen Planungen einfließen, damit die Straßen und Wege wieder zu einem sicheren Raum für alle Bewohner werden. Laut NDR gibt es bereits zahlreiche Anfragen für weitere Veranstaltungen, und das Interesse zeigt, dass viele bereit sind, für eine sichere Umgebung zu kämpfen.






