Heute ist der 20.04.2026 und die frische Brise, die über die Märkte in Bremen weht, bringt nicht nur den Duft von frischem Gemüse mit sich, sondern auch eine gewisse Wehmut. Die Familie True aus Stuhr, die seit rund 35 Jahren mit Leidenschaft Scheerkohl anbaut, sieht sich möglicherweise am Ende einer Ära. Auf ihrem Hof in Blocken und dem beliebten Findorff-Markt haben sie vielen Bremern den Geschmack dieses alten Frühgemüses nähergebracht. Doch Horst True macht deutlich, dass dies das letzte Jahr für den Verkauf sein könnte. Die Schließung der Mühle Unger hat die Samenbeschaffung in Frage gestellt, und die Anbaufläche hat sich drastisch reduziert.

Scheerkohl, auch bekannt als Stielmus, gehört zur Familie der Schnittkohlarten und hat eine lange Tradition in der Bremer und ostfriesischen Küche. Bis in die 1950er-Jahre war er ein fester Bestandteil der regionalen Küche. Heute jedoch ist die Nachfrage stark gesunken, was sich auch in der Anbaufläche niederschlägt: von einst 600 Quadratmetern im Gewächshaus und 200 Quadratmetern im Freiland auf bescheidene 200 Quadratmeter im Gewächshaus. Die Erntezeit erstreckt sich über etwa sechs Wochen nach der Aussaat, die in der Regel zwischen Mitte und Ende Februar erfolgt. Der Scheerkohl kann bis spätestens Mitte Mai geerntet werden und bietet sich für eine Vielzahl von Zubereitungen an, sei es in Salaten, Smoothies, Pesto, Rührei, Suppen oder Gratins.

Die Vielseitigkeit des Scheerkohls

Die federartig eingeschnittenen Blätter des Scheerkohls erinnern an Eichenblätter und machen ihn zu einem besonderen Blickfang auf jedem Teller. Die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig und laden zum Experimentieren ein. Besonders beliebt sind traditionelle Gerichte wie Scheerkohl mit Speck und Pinkel oder der erfrischende Scheerkohl-Kräuter-Salat. Wer sich inspirieren lassen möchte, kann sich auf dem Findorff-Markt oder telefonisch unter 0421/894127 nach Rezeptvorschlägen erkundigen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft des Bremer Scheerkohls steht auf der Kippe. Mit jedem Tag, an dem die Familie True über das Schicksal des Scheerkohls nachdenkt, wird die Sorge um den Erhalt dieses wertvollen Kulturgutes größer. Wenn Sie die Gelegenheit haben, den Scheerkohl zu probieren, sollten Sie nicht zögern. Der Verkauf findet mittwochs, freitags und samstags auf Bremer Märkten statt. Vielleicht wird dies Ihre letzte Chance sein, dieses besondere Gemüse zu kosten.

Die Geschichte des Scheerkohls ist nicht nur eine Geschichte über ein Gemüse, sondern auch über die Traditionen und die kulinarische Identität der Region. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass dieses Stück Bremer Kultur nicht in Vergessenheit gerät!

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