Mäurer kritisiert Methadonausgabe am Ziegenmarkt: Anwohner besorgt!
Innensenator Mäurer äußert Bedenken gegen die geplante Methadonausgabe am Ziegenmarkt in Bremen. Anwohner sorgen sich um Sicherheit.

Mäurer kritisiert Methadonausgabe am Ziegenmarkt: Anwohner besorgt!
Die Diskussion um die geplante Methadonausgabe in der ehemaligen Apotheke am Ziegenmarkt erhitzt die Gemüter in Bremen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat deutlich gemacht, dass er Bedenken gegen die Einrichtung hegt und diese nicht als gute Idee erachtet. Der Einwand kommt nicht von ungefähr, denn zahlreiche Anwohner haben Sorgen geäußert, die ernst genommen werden müssen. Diese Bedenken zu hören, ist angesichts der angestrebten Sicherheitsverbesserungen am Ziegenmarkt durchaus verständlich. So plant die Stadt eine Videoüberwachung zwischen Ziegenmarkt und Brunnenstraße, um die Situation zu entschärfen.
Aktuell liegt laut dem Bauressort jedoch noch kein Bauantrag für die Methadonausgabestelle vor. Unterlagen dazu wurden bereits angekündigt. Wie Ressortsprecher Aygün Kilincsoy erklärt, wird eine sorgfältige Prüfung aller rechtlichen und städtebaulichen Aspekte in Betracht gezogen, sobald die nötigen Unterlagen vollständig vorliegen. Eine vorzeitige Inbetriebnahme könnte nicht erfolgen, da Mäurer betont: „Keine Duldung ohne Genehmigung.“ Baurechtlich scheint eine Methadonausgabestelle in einem Mischgebiet zwar zulässig, da sie der Gesundheitsversorgung dient, doch die endgültige Einschätzung steht noch aus, insbesondere in Bezug auf den Nachbarschutz.
Sorgen um die Nachbarschaft
Blicken wir über die Bremer Stadtgrenzen hinaus, so sind ähnliche Probleme in anderen Städten nicht unbekannt. In Düsseldorf klagen Bürger über die Auswirkungen von Methadonausgabestellen in ihrer Umgebung. Beispielsweise äußert die 70-jährige Sylvia Meinhold, die in der Nähe einer bestehenden Praxis wohnt, große Sorge über Lärm und Unrat durch alkoholbedingte Gelage. Sie sieht einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Störungen und der nahen Methadon-Ambulanz. Es gibt sogar die Befürchtung, dass die geplante Schließung einer ambulanten Methadonstelle zu einer Verlagerung der Patienten führen könnte, was die Situation in der Umgebung noch verschärfen würde.
Insgesamt gibt es in Düsseldorf derzeit acht Standorte, wo Drogenabhängige mit Ersatz-Medikamenten wie Methadon oder Diamorphin versorgt werden. Die Sorgen der Anwohner sind ein eindrückliches Zeichen dafür, wie sensibel das Thema gehandhabt werden muss. Vergleicht man diese Erfahrungen mit den anstehenden Plänen in Bremen, wird deutlich, dass die Verantwortlichen gut beraten sind, die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen und die Situation transparent zu gestalten.
Alternativen in der Drogenhilfe
Eine Organisation, die seit vielen Jahren einen positiven Einfluss auf die Drogenhilfesysteme hat, ist die Integrative Drogenhilfe e. V., die bereits seit 1986 aktiv ist. Diese gemeinnützige Einrichtung zielt darauf ab, die Gesundheits- und Lebenssituation drogenkranker Menschen und deren Familien zu verbessern. Sie verknüpft wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen und entwickelt innovative Therapieansätze. Auch die Eröffnung des ersten Konsumraums in Deutschland geht auf ihre Initiative zurück, eine Pionierleistung in der Drogenhilfe.
Mit einem bunten Angebot aus Suchthilfe, Eingliederungshilfe, Jugend- und Familienhilfe sowie gesellschaftlicher Integration zeigt die Integrative Drogenhilfe eindrucksvoll, wie vielschichtig das Thema Drogenversorgung ist. Angesichts der geplanten Methadonausgabe in Bremen muss die Stadt also auch eine umfassende Diskussion über Konzepte zur Unterstützung und Integration von Betroffenen führen.
Die Situation um die Methadonausgabe in Bremen bleibt angespannt. Es bleibt abzuwarten, wie die Verantwortlichen auf die Sorgen der Anwohner reagieren werden und welche Entscheidungen letztlich getroffen werden. Dabei sollte das Ziel stets im Fokus stehen: die Gesundheit und das Wohl der Betroffenen sowie der Anwohner. Die Zivilgesellschaft wird gefordert sein, ihre Stimme einzubringen und aufmerksam zu bleiben.
Für mehr Informationen zu den Themen Drogenhilfe und Substitutionsangeboten besuchen Sie die Seiten von Weser-Kurier, RP Online und Integrative Drogenhilfe e. V..