Norddeutschland kämpft für billigeres Licht: Starke Stimmen aus dem Norden!
Norddeutsche Regierungschefs fordern unterschiedliche Strompreiszonen zur Senkung der Strompreise und Förderung erneuerbarer Energien.

Norddeutschland kämpft für billigeres Licht: Starke Stimmen aus dem Norden!
Die Diskussion um die Strompreise in Deutschland nimmt neue Dimensionen an. Die Regierungschefs von Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Brandenburg fordern laut Welt die Abschaffung der einheitlichen Stromgebotszone. Diese Forderung zielt darauf ab, unterschiedliche Stromgebotszonen einzuführen, um insbesondere die Strompreise in Norddeutschland zu senken. Der Windstrom aus dem Norden ist in den vergangenen Jahren ordentlich gewachsen, jedoch hinkt der Ausbau der nötigen Stromnetze in den Süden hinterher.
Wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erläutert, bieten unterschiedliche Stromgebotszonen einen Anreiz für den regionalen Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht in der Aufteilung der Strompreise eine mögliche Lösung, besonders wenn der Netzausbau sich verlangsamt. Das Ziel ist klar: Regionen mit guten erneuerbaren Energien sollen von niedrigeren Preisen profitieren, während Gebiete mit höheren Preisen unter Druck gesetzt werden, ihre Netze und erneuerbaren Energien auszubauen.
Regionale Unterschiede im Fokus
Die Notwendigkeit für verschiedene Strompreiszonen wird auch durch eine neue EU-Studie unterstrichen. Diese empfiehlt, Deutschland in mehrere Strom-Regionen aufzuteilen, um das große Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu regeln. Während Norddeutschland mit viel Windenergie gesegnet ist, benötigt der Süden einfach mehr Strom. Der Mangel an Stromtrassen führt dazu, dass im Süden Gaskraftwerke hochgefahren werden, was die Preise weiter ansteigen lässt Tagesschau.
Die aktuelle Diskussion dreht sich um die Frage der optimalen Anzahl an Zonen. Beispiele aus anderen Ländern wie Schweden, das seit 2011 in vier Preiszonen unterteilt ist, zeigen, dass solche Modelle durchaus funktionieren können. Der Vorteil von regionalen Preiszonen läge in einer besseren Nutzung der erneuerbaren Energien und der Entlastung der Netze, was besonders für Unternehmen in stromreichen Regionen attraktiv wäre. Laut der ENTSO-E-Studie könnte die Einführung verschiedener Preiszonen deutschlandweit zu Einsparungen in Millionenhöhe führen Deutschlandfunk.
Auf Widerstand stoßen
Allerdings gibt es auch Widerstand gegen diese Pläne. Gerade aus Bayern wird eine Aufteilung der Preise stets abgelehnt, da befürchtet wird, dass dies zu einem Wettbewerbsnachteil für Unternehmen im Süden führen könnte. Für Unternehmen steigen die möglichen Strompreise in Regionen mit großem Bedarf, was zu einer Abwanderung aus diesen Gebieten führen könnte.
Während die Bundesregierung derzeit an der einheitlichen Stromgebotszone festhält, zeigen neue Entwicklungen und Vorschläge Notwendigkeit und Dringlichkeit eines Umdenkens auf. Der Strompreis liegt Mitte 2025 bei rund 40 Cent pro Kilowattstunde – etwas niedriger als im Vorjahr, jedoch immer noch über dem Niveau vor der Energiekrise von 2022. Mit einem Umstieg auf regionale Preiszonen könnte die Marktstruktur nachhaltig verbessert und die Energiewende vorangetrieben werden.
Es bleibt abzuwarten, ob die Politik auf die Stimmen aus den norddeutschen Bundesländern reagieren wird oder ob die einheitliche Preiszone auch weiterhin bestehen bleibt.